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Bild: Wasserkraftanlage in Rechtenstein, ©Reitter WKA GmbH & Co. KG

Die Wasserkraft in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg werden 1.778 Wasserkraftanlagen betrieben, ihr Anteil an der Bruttostromerzeugung im Land beträgt 7,5 % und unter den Erneuerbaren hat sie momentan einen Anteil von ca. 27 %.

Aufgrund der Topografie des Landes und dessen natürlichen Gefälles wurde die Wasserkraft (WK) schon früh genutzt. Sie trieb zunächst Wasserräder an, welche Mühlen, Sägewerke u.v.m. in Gang setzten. Durch die Erfindung der Wasserturbine im Jahre 1830 wurde eine effektivere Kraftübertragung möglich, die die Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts entscheidend prägte. Als im Jahre 1870 Werner von Siemens einen leistungsstarken Generator vorstellen konnte und diesen an eine Wasserturbine koppelte, machte er damit den Weg frei für die Gewinnung elektrischer Energie aus Wasserkraft. Beeindruckend sind bis heute noch die ungewöhnlich hohen Wirkungsgrade von 80% - 90%, die bei der Wasserkraft erzielt werden. Zum Vergleich: Ein Kohlekraftwerk weist lediglich einen Wirkungsgrad von 30 - 40% auf.

Gewiss ist aufgrund ökologischer Vorgaben die Nutzung der Wasserkraft nur mit Einschränkungen möglich und erfordert eine ökologisch und ökonomisch fundierte Abwägung. Trotz allem sind die Potenziale der Wasserkraft im Land noch lange nicht ausgeschöpft und können mit neuen Technologien der Digitalisierung und wissenschaftlichen Erkenntnissen vorangebracht werden. Die Wasserkraft bringt mit ihrer planbaren Bereitstellung von Strom, der Möglichkeit der Speicherung von Wasser sowie der schnellen Lieferung von Strom im Falle eines Blackouts (Schwarzstart) große Vorteile mit sich, die sich überaus positiv auf die Stabilität unserer Stromnetze auswirken. In Kombination mit anderen Erneuerbaren kann die Wasserkraft in BW nach wie vor einen substanziellen Beitrag zur Energiewende leisten.

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