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Atomkatastrophe in Fukushima jährt sich zum zehnten Mal

Der Abschluss des Atomausstiegs im Südwesten rückt näher: Wind- und Sonnenenergie jetzt stärker ausbauen

Plattform EE BW: Atomkraft ist dauerhaft gefährlich, zu teuer und überflüssig

Am 11. März jährt sich die Atom- und Tsunami-Katastrophe im japanischen Fukushima zum zehnten Mal. Das Reaktorunglück hatte auch große Auswirkungen in Deutschland: Noch im März 2011 besiegelte die Bundesregierung innerhalb von nur vier Tagen das Ende der Atomenergie hierzulande. Bis Ende 2022 werden alle laufenden Atommeiler abgeschaltet. Aktuell laufen noch sechs Reaktoren, einer davon im baden-württembergischen Neckarwestheim. Damit der in 22 Monaten abgeschlossene Atomausstieg im Südwesten keine Lücke bei der Stromerzeugung hinterlässt, braucht es einen deutlich stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien, fordert die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg.

Der Anteil der Erneuerbaren Energien steigt auch in Baden-Württemberg kontinuierlich. Mittlerweile stammen 31,5 Prozent der Bruttostromerzeugung (2019) aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Biomasse und Geothermieanlagen. „In den vergangenen Jahren wurden gute Erfolge beim Ausbau der erneuerbaren Energien insbesondere im Stromsektor erzielt. Wir müssen den Ausbau jedoch weiter beschleunigen und regenerative Energiequellen auch stärker im Wärme- und Mobilitätssektor einsetzen“, sagt Franz Pöter, Geschäftsführer der Plattform EE BW.

Aufbruchssignal im Jahr 2011

Die Atomkatastrophe von Fukushima vor zehn Jahren war für viele ein Aufbruchssignal, den Weg der Energiewende konsequent weiter zu gehen. „Jede Kilowattstunde regenerativer Strom trägt dazu bei, den Ausstieg aus der hochriskanten Kernenergie mit vielen Tonnen hochradioaktivem Atommüll zu vollziehen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden“, ist Pöter überzeugt. Fukushima und die dort noch immer stattfindende Atomkatastrophe mit viel Leid für die Menschen ist Mahnung, diesen Weg konsequent zu Ende zu gehen.

In Baden-Württemberg ist noch ein Atomreaktor in Neckarwestheim (GKN II) in Betrieb. Spätestens Ende 2022 muss er vom Netz genommen werden. Das hat der Betreiber EnBW zugesichert und ist bereit, die Konsequenzen klaglos zu tragen. Im Jahr 2020 hat dieses Atomkraftwerk rund elf Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. „Diese Strommenge lässt sich bis nächstes Jahr nicht durch neue regenerative Anlagen ersetzen. Der Ausbau der Erneuerbaren in den vergangenen Jahren hat – auch in Verbindung mit dem deutschen und europäischen Netzverbund – aber gezeigt, dass Atomenergie verzichtbar ist. Dafür braucht es aber gerade in Baden-Württemberg einen beschleunigten Zubau aller erneuerbaren Energien, insbesondere der Wind- und Solarenergie mit ihren noch ungenutzten Potenzialen“, fordert Pöter.

Atomkraft definitiv keine Alternative

Eine klare Absage richtet die Plattform EE BW an alle, die eine Renaissance der Atomkraft aus Klimaschutzgründen einfordern. „Egal ob zentral oder dezentral, Atomkraft ist und bleibt eine Technologie mit hohen Risiken, unkalkulierbaren Folgen und hohen Kosten. Auch die langen Bauzeiten, wie die ‚Neubauprojekte‘ in Frankreich, Großbritannien und Finnland zeigen, sprechen gegen eine Wiedergeburt der fossilen Technologie. Die Alternative, erneuerbare Energien, stünden dagegen seit Jahren bereit und müssten nur entsprechend ausgebaut werden, so Pöter. „Windenergie und Photovoltaik sind ausgereift, flächendeckend verfügbar und unschlagbar günstig. Die Atomkraft dagegen ist überflüssig und für ein zukunftsfähiges Deutschland nicht geeignet.“ Auch eine Laufzeitverlängerung der restlichen Atommeiler lehnt der Branchenverband ab.

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