Logo

Biogas stärker im Mobilitätsbereich einsetzen

Branche in Baden-Württemberg diskutiert Zukunftsperspektiven online – Biogastag am 4. März 2021

Bislang kommt Biogas vor allem in der Stromerzeugung und Wärmeversorgung zum Einsatz. Doch das Geschäftsmodell ist durch Gesetzesänderungen kaum noch wirtschaftlich. Welche Zukunft Biogas in Baden-Württemberg haben kann, diskutieren Experten auf dem 15. Biogastag Baden-Württemberg am 4. März 2021. Die Fachveranstaltung beleuchtet neben notwendigen Anpassungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Perspektiven im Gas- und Mobilitätssektor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Anlagenbetreiber Biogas künftig wirtschaftlich nutzen. Veranstalter des Online-Events sind der Fachverband Biogas, die Universität Hohenheim und die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg. „Wir unterstützen die Förderung grüner Gase und den Gebrauch von biogenen Kraftstoffen. Die Haupteinsatzfelder für Biogas sind und bleiben jedoch die bedarfsgerechte, flexible Stromeinspeisung sowie die effiziente Wärmenutzung. Hierfür braucht es verlässliche und auskömmliche Regelungen im EEG“, so Otto Körner, Regionalreferent des Fachverbands Biogas. Die Teilnahme am Biogastag ist kostenfrei und für alle Interessierten möglich. Anmeldung online unter https://register.gotowebinar.com/register/8992100074671123469.

Biogas hat im Jahr 2019 fünf Prozent der Bruttostromerzeugung und 1,1 Prozent des Wärmebedarfs in Baden-Württemberg abgedeckt. „Auch wenn die Zahlen unspektakulär erscheinen: Biogas ist unverzichtbar für die Energiewende in Baden-Württemberg. Als guter Speicher kann Biogas flexibel erneuerbare Regelenergie bereitstellen“, sagt Franz Pöter, Geschäftsführer der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (Plattform EE BW). Zudem gibt es in puncto Abwärmenutzung bei vielen Biogasanlagen noch Potenziale.

Neben dem klassischen Einsatz als Stromlieferant lässt sich Biogas auch zu Biomethan aufbereiten. Dann kann es als Beimischung in das öffentliche Gasnetz eingespeist oder zu einem erneuerbaren Kraftstoff weiterverarbeitet werden. „Die Biogasbranche sieht gerade im Verkehr eine bedeutende Perspektive. Denn für eine klimafreundliche Mobilität, insbesondere im Nutzfahrzeugbereich, ist die Verwendung von Biomethan und Biokraftstoffen eine interessante Option“, sagt Körner. Biogas lässt sich entweder zu komprimiertem Biomethan, dem sogenannten Bio-Compressed Natural Gas (Bio-CNG), oder zu verflüssigtem Biomethan, dem sogenannten Bio-Liquefied Natural Gas (Bio-LNG), weiterverarbeiten. Als Biokraftstoff ist das nachhaltig hergestellte Methan für Zugmaschinen in landwirtschaftlichen Betrieben, für Lastkraftwagen oder Reisebusse einsetzbar. Batterieelektrische Antriebe sind nach aktuellem Stand der Technik dafür noch nicht ausreichend.

Neue Geschäftsmodelle mit Bioökonomie und Mobilität sind Themen der Biogastage

Der Branchentreff „Biogastag“ ist nicht nur ein Muss für Betreiber von Biogasanlagen, sondern auch eine gute Informationsquelle für alle Energiewendeakteure. „Neben dem Biogaseinsatz im Mobilitätssektor und den dazugehörigen Rahmenbedingungen wie der zweiten Richtlinie für Erneuerbare Energien (RED II) oder der Nachhaltigkeitszertifizierung von Biomethan beleuchtet unsere öffentliche Online-Veranstaltung weitere Einsatzfelder“, weiß Körner. Dazu gehört zum Beispiel die Landesstrategie „Nachhaltige Bioökonomie Baden-Württemberg“: Experten erklären, wie Biogasanlagenbetreiber am Förderprogramm teilnehmen und die Bioökonomie-Projekte umsetzen können. Gemeinsam diskutieren die Teilnehmer die Möglichkeit für Biogasanlagenbetreiber, die nachhaltige Nährstoffgewinnung ökonomisch zu nutzen. Insgesamt bietet der Biogastag Baden-Württemberg einen Rundumblick über den Status Quo der Biogasbranche und zeigt neue Geschäftsmodelle auf, wie Biogasanlagen zukünftig weiterbetrieben werden können.

Download der Pressemitteilung als PDF.