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Nicht nur Photovoltaik und Windenergie ausbauen

Plattform EE BW zu den Koalitionsverhandlungen im Südwesten: Potenziale aller Erneuerbaren Energien in den Blick nehmen

Mit Strategiedialog Energiewende können die unterschiedlichsten Akteure für eine gemeinsame Zielsetzung gewonnen werden

Grüne und CDU in Baden-Württemberg stecken bei den Themen Klimaschutz und Energie tief in den Koalitionsverhandlungen. Bekannt sind bislang die Eckpunkte 1.000 neue Windräder im Staatswald und auf Landesflächen sowie mehr Photovoltaikanlagen durch eine Solarpflicht für Wohngebäude. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (Plattform EE BW) begrüßt die Vorhaben, vermisst jedoch substanzielle Verbesserungen auf dem Gebiet der anderen erneuerbaren Energien. Für eine erfolgreiche Energiewende seien auch mehr Wasserkraft, Holzenergie, Biogas und Geothermie erforderlich.

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung in Baden-Württemberg ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. „Die verschiedenen Energieträger haben unterschiedliche Stärken, die in Kombination für eine verlässliche, stabile und klimafreundliche Energieversorgung im Land beitragen“, sagt Jörg Dürr-Pucher, Vorsitzender der Plattform EE BW. Sein Appell an die potenziellen Koalitionspartner: „Es werden alle erneuerbaren Energien gebraucht. Es braucht von Landesseite auch Unterstützung für die stärker steuerbare erneuerbare Energieerzeugung. Das muss sich im Koalitionsvertag wiederfinden“.

Wasserkraft, Holzenergie und Geothermie: Klimafreundlich und wetterunabhängig

Die Plattform EE BW unterstützt uneingeschränkt, dass Wind- und Solarenergie als die zwei zentralen Säulen der Energiewende viel stärker ausgebaut werden müssen. „Es braucht jedoch genauso Initiativen des Landes, damit die Leistung der Biogaserzeugung zumindest erhalten bleibt. Es muss die Errichtung von Holzheizkraftwerken im Zusammenhang mit der Wärmeversorgung flankiert werden ebenso wie die Umsetzung der Projekte der tiefen Geothermie. Und nicht zuletzt gilt es bei der Wasserkraft, ökologische Gewässerverbesserungen und klimafreundliche Stromerzeugung klug in Einklang zu bringen“, so Dürr-Pucher.

Wasserkraft, Holzenergie, Biogas und Geothermie werden auch deshalb gebraucht, da ihre Energieerzeugung im Gegensatz zu Windenergie und Photovoltaik nicht wetterabhängig ist und dadurch keine großen Schwankungen unterliegt. Für die Versorgungssicherheit im Südwesten ist das ein gewichtiges Pfand.

Strategiedialog Energiewende für gemeinsames Ziel

Der Ausbau der erneuerbaren Energien berührt die Interessen der unterschiedlichsten Akteure. „Wenn wir Klimaschutz ernst nehmen, brauchen wir deutlich mehr erneuerbare Energieerzeugung auch in Baden-Württemberg. Es braucht einen gemeinsamen Strategiedialog und ein stärkeres Miteinander der Interessengruppen, unter anderem aus der Erneuerbaren-Branche, aus Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie der Landwirtschaft und Fischerei. Die nächste Landesregierung muss die Initiative ergreifen, die Akteure hinter dem gemeinsamen Ziel ‚Mehr Klimaschutz durch mehr erneuerbare Energien‘ zu vereinen“ so Dürr-Pucher.

Ein Überblick über die weiteren Forderungen der Plattform EE BW an die nächste baden-württembergische Landesregierung steht hier.

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