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Plattform Erneuerbare Energien BW widerspricht Minister Untersteller

16 Gigawatt Solarleistung bis 2030 gefordert

1.000-Megawatt-Solarstromkampagne angekündigt

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller hält weiter am Ziel fest, bis 2030 elf Gigawatt installierte Photovoltaik-Leistung im Land erreichen zu wollen. Das bestätigte er auf dem Solarbranchentag am 22. Oktober 2020. Als deutlich zu wenig ambitioniert kritisiert die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (Plattform EE BW) den Plan. „Der Zubau des Solarstroms ist für die Energiewende in Baden-Württemberg entscheidend“, erklärt Jörg Dürr-Pucher, Vorsitzender der Plattform EE BW. „Wir fordern deshalb von der Landesregierung endlich angemessene Zielsetzungen für die Photovoltaik. Mit einem Zubau von mindestens 1.000 Megawatt pro Jahr sind bis 2030 mehr als 16 Gigawatt installierte Photovoltaik-Leistung möglich. Das bestätigen Akteure aus der Branche und der Wissenschaft.“ Das Festhalten des Ministers am alten 11-Gigawatt-Ziel sei ein falsches Signal und passe nicht zu den vielen bundesweit vorbildlichen Impulsen, die das Landesumweltministerium derzeit gibt.

Die erfolgreiche Solaroffensive Baden-Württemberg braucht zum Jahresende neuen Schwung, so Jörg Dürr-Pucher: „Die Koalitionspartner in der Landesregierung sind hier gemeinsam gefordert, über die aktuelle Legislaturperiode hinaus die Weichen für mehr klimafreundlichen Sonnenstrom zu stellen. Grüne und CDU müssen hierbei stärker an einem Strang ziehen. Seit vier Jahren beobachten wir ein gutes Marktwachstum der Photovoltaik im Land. Die Schlagkraft der baden-württembergischen Solarbranche hat wieder deutlich zugenommen.“ Es gebe aber noch enormes Potenzial. „In Sachen Solarenergie erfahren wir Rückenwind aus allen Teilen der Gesellschaft: Unternehmen, Landwirte, Privathaushalte und Kommunen investieren jeden Tag mehr Geld in die Photovoltaik. Bürgermeister, Landräte und Regierungspräsidenten fangen endlich an, den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Land als ihre Aufgabe zu sehen und werden aktiv. Auch die von der Landesregierung unterstützten regionalen Photovoltaik-Netzwerke stoßen in den Regionen auf ständig wachsende Resonanz“, so Jörg Dürr-Pucher weiter.

Mit Solarstrom als Lokomotive wollen wir auch dem Ausbau der übrigen Erneuerbaren Energien wieder mehr Schwung verleihen. Neue Windparks, Pelletheizungen, Wärmenetze und Geothermiekraftwerke stärken den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg und tragen erheblich zum Klimaschutz bei. „Deshalb werden wir in den kommenden Wochen eine 1.000-Megawatt-Solarstromkampagne starten“, verkündet Franz Pöter, Geschäftsführer der Plattform EE BW. „Unser Ziel ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, das die notwendige Aufbruchstimmung erzeugt, um den Photovoltaikzubau schon im Jahr 2021 gegenüber diesem Jahr zu verdoppeln. Denn schon dieses Jahr erreicht die Branche voraussichtlich einen Zubau von 500 Megawatt. Perspektivisch werden auch die Initiativen der Landesregierung zu schwimmenden Photovoltaik-Anlagen, Agri-Photovoltaik und solarüberdachten Parkplätzen spürbare Beiträge zur Solaroffensive leisten.“

Klare Signale der Politik gefordert

Das Zubauniveau von 1.000 Megawatt Leistung pro Jahr hatte die Solarbranche schon 2010 übertroffen. „Mit der massiv verbesserten Solartechnologie und den drastisch gesunkenen Erzeugungskosten werden wir ein Jahrzehnt später ähnlich erfolgreich Solarstromanlagen bauen können“, erklärt Franz Pöter. „Ein vergleichbares Solarmodul hat heute die doppelte Leistung wie vor zehn Jahren und kostet im Vergleich nur noch 20 Prozent. Jetzt brauchen wir klare Signale der Politik, um diese modernen Solarstromanlagen auch zu bauen. Solarstrom ist die günstigste Möglichkeit in Baden-Württemberg Strom zu erzeugen. Der Mittelstand und die landwirtschaftlichen Betriebe werden dieses Signal verstehen und mit der Erzeugung von selbst genutztem Strom viel Geld sparen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

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