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Grüne Gase – eine wichtige Säule unserer künftigen Energieversorgung

Bild: Elektrolyse Anlage, ©ZSW Stuttgart

Die Erzeugung grüner Gase ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Durch ihren vielfältigen Einsatz vom Brennstoffzellenbus bis hin zur Beimischung in der privaten Gasheizung können sie zur Dekarbonisierung in ganz unterschiedlichen Sektoren beitragen. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg setzt sich dafür ein, die Erzeugung grüner Gase und deren Einbettung in das Energiesystem verstärkt zu fördern.

Grüne Gase können zur Sektorkopplung beitragen, wie es auch die zunehmende Elektrifizierung von Verkehr und Wärmeversorgung tun. Sie verbinden Stromerzeugung und Mobilität, bringen Strom- und Gasnetze zusammen und ermöglichen die Speicherung von Energie in Form von Gas. Auf diese Weise erhöhen sie die Flexibilität im Energiesystem, die für die Integration hoher Anteile erneuerbarer Energien zentral ist.  

Zu den grünen oder auch erneuerbaren Gasen gehören Biogas sowie grüner Wasserstoff. Die Erzeugung von grünem Wasserstoff zur energetischen Nutzung ist zwar technisch ausgereift, steht aber wirtschaftlich gesehen noch an ihren Anfängen. In Deutschland gibt es etwa 30 Power to Gas-Pilotprojekte, darunter eine 1 MW-Anlage in Whylen am Hochrhein. Diese erzeugt Wasserstoff auf der Grundlage von Wasserkraft, viele andere Anlagen vor allem in Norddeutschland nutzen (zum Teil abgeregelte) Windenergie für die dafür notwendige Elektrolyse.  

Grüner Wasserstoff kommt direkt in Brennstoffzellen zum Beispiel in Fahrzeugen zum Einsatz und wird in der Industrie genutzt. Er kann aber auch – abhängig von den angeschlossenen Verbrauchern und nach Stand einiger Pilotprojekte – mit bis zu 20 % ins Erdgasnetz eingespeist werden. Mit Hilfe von zusätzlichem CO2 kann Wasserstoff außerdem zu Methan aufbereitet werden und dann unbegrenzt Erdgas zugesetzt werden. Dies passiert bei Biogas bereits seit Jahren: So wurde 2018 aufbereitetes Biogas in das bestehende Gasnetz eingespeist, das in seiner Menge etwa einem Prozent des deutschen Erdgasverbrauchs entsprach.

Um die Erzeugung grüner Gase sowie die Nutzung der bestehenden Gasnetzinfrastruktur zu fördern, setzt sich die Plattform EE BW für eine über die Jahre steigende Quote für grüne Gase ein. Eine solche Verpflichtung der Gasversorger kann dazu beitragen, dass das Angebot an grünen Gasen steigt und im Fall von grünem Wasserstoff zugleich die Erzeugungskosten sinken.

Die verstärkte Erzeugung grüner Gase ergibt indes nur Sinn, wenn der Ausbau der Erneuerbaren Energien deutlich gesteigert wird und zugleich die Energienachfrage insgesamt stark sinkt. Nur dann können signifikante Mengen erneuerbaren Stroms dazu genutzt werden, grünen Wasserstoff herzustellen und auf diese Weise Energie in anderen Sektoren bereitzustellen.