Informationsportal Geothermie BW

Die tiefe Geothermie rückt in Baden‑Württemberg zunehmend in den Blick, da sie eine regionale und wetterunabhängige Wärmequelle darstellen kann. Gleichzeitig besteht bei vielen Menschen der Wunsch nach gut verständlichen Informationen zu technischen Abläufen, möglichen Auswirkungen und der Entwicklung konkreter Projekte. Eine transparente Darstellung des aktuellen Stands ist daher wichtig, um das Thema sachlich einordnen zu können.

Dieses Informationsportal bietet einen zentralen Überblick über die tiefe Geothermie im Land. Es erläutert grundlegende Funktionsweisen, stellt bestehende und geplante Vorhaben vor und beschreibt die organisatorischen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürgern eine verlässliche Orientierung zu geben und nachvollziehbar darzustellen, welche Rolle die tiefe Geothermie künftig in Baden‑Württemberg spielen könnte.

Politischer und struktureller Rahmen in Baden‑Württemberg

Die tiefe Geothermie wird im Land als eine mögliche Säule der Wärmewende betrachtet, da sie eine lokal verfügbare erneuerbare Energiequelle darstellt und langfristig zur Senkung von Treibhausgasemissionen beitragen kann.  Besonders geeignet für die Erschließung sind der Oberrheingraben und das Molassebecken, in denen erhöhte Untergrundtemperaturen die Nutzung begünstigen.

Politisch unterstützt Baden‑Württemberg die Weiterentwicklung dieser Technologie: Unter passenden Rahmenbedingungen wird mit weiteren Anlagen gerechnet, während gleichzeitig hohe Anforderungen an sichere Genehmigungsverfahren gelten – insbesondere im Wasser‑ und Bergrecht, um Umwelt‑ und Grundwasserschutz zu gewährleisten.  Darüber hinaus begleiten Informations‑ und Beteiligungsprozesse die anstehenden Entwicklungen. Landesbehörden und die Plattform Erneuerbare Energien BW stellen sachliche Grundlagen und aktuelle Projektinformationen bereit und unterstützen damit Kommunen und Bevölkerung bei der Einordnung der Vorhaben.

Baden‑Württemberg befindet sich damit in einer Phase, in der erste Anlagen bereits arbeiten, weitere Projekte vorbereitet werden und sich die politischen Rahmenbedingungen zunehmend auf eine breitere Nutzung ausrichten.

 

 

Geothermienetzwerk

Über das Geothermienetzwerk Baden-Württemberg erhalten Sie Zugang zu aktuellen Fachinformationen, Projektupdates und einem starken Expert:innen-Netzwerk. Jetzt anmelden und informiert bleiben!

Fragen zur Geothermie

Sie haben Fragen rund um das Thema Geothermie? Sie fragen - wir antworten. 

Webseite des Bundesverbandes Geothermie e.V.

 

Eine interaktive Landkarte mit über 150 Projekten ist auf der Seite des Bundesverbandes Geothermie verfügbar.

Dort finden sich umfassende Informationen rund um das Thema Geothermie, z.B. von den Grundlagen der Geologie, über die geothermischen Technologien bis hin zu Wissenspaketen für Schulen

 

Weitere interessante Links:

Praxis

Tiefe Geothermie in Baden‑Württemberg – Potenziale, Akteure und Projekte

Die tiefe Geothermie nutzt heißes Thermalwasser aus mehreren tausend Metern Tiefe zur Bereitstellung von Wärme und – je nach Temperatur – auch Strom. Baden‑Württemberg weist entlang des Oberrheingrabens und im südöstlichen Landesteil (Molassebecken) besonders günstige geologische Bedingungen auf. In diesen Regionen werden erhöhte Untergrundtemperaturen gemessen, die die Nutzung hydrothermaler Systeme technisch und wirtschaftlich begünstigen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Zu den wesentlichen Akteuren im Land zählt die badenovaWÄRMEPLUS GmbH & Co. KG, die im südlichen Oberrheingraben mehrere Projekte zur Erschließung tiefer Erdwärmereservoire vorbereitet. Ein Schwerpunkt ist das Vorhaben Erdwärme Breisgau bei Hartheim. Dort soll ab 2028 heißes Thermalwasser aus rund 3.500 m Tiefe gefördert und über ein Fernwärmenetz zur Versorgung von bis zu 20.000 Menschen genutzt werden.

Die Deutsche ErdWärme GmbH entwickelt mehrere tiefengeothermische Projekte im nördlichen Oberrheingraben. In Graben‑Neudorf wurde ein Thermalwasserreservoir mit Temperaturen von über 200 °C in rund 3.600 m Tiefe identifiziert, wodurch der Standort zu den heißesten bekannten Vorkommen in Deutschland zählt. Umfangreiche Langzeittests haben Aufschluss über die nachhaltige Förderbarkeit und die geomechanischen Rahmenbedingungen geben.

Die EnBW Energie Baden‑Württemberg AG betreibt mit dem Geothermiekraftwerk in Bruchsal die erste tiefengeothermische Anlage Baden‑Württembergs. Neben der Strom‑ und Wärmeerzeugung dient der Standort als technische Referenz für weitere Entwicklungen. Gemeinsam mit der MVV untersucht die EnBW im Projekt GeoHardt  weitere potenzielle Standorte im Oberrheingebiet. Zudem arbeitet das Unternehmen an innovativen Konzepten wie der Kombination von Geothermie und Lithiumgewinnung, die im Rahmen des CASCADE‑Projekts ausgezeichnet wurde.

Die MVV Energie AG verfolgt das Ziel, die regionale Fernwärmeversorgung vollständig zu dekarbonisieren und setzt dabei ebenfalls auf tiefe Geothermie. Im Projekt GeoHardt wird ein über 270 km² großes Gebiet hinsichtlich geologischer Eignung analysiert, um bis zu drei geothermische Heizwerke zu entwickeln. Zusätzlich hat MVV einen langfristigen Wärmeabnahmevertrag mit Vulcan Energy geschlossen, um erneuerbare Wärme aus geothermischen Anlagen in der Region einzubinden. 

Die Vulcan Energy Resources GmbH plant künftig auch Projekte in Baden‑Württemberg, insbesondere im Oberrheingraben, wo das Unternehmen bedeutende Potenziale für geothermische Wärme und lithiumhaltige Thermalsole sieht.  Die bestehende Anlage „Natürlich Insheim“ nahe der Landesgrenze dient dabei als Referenzstandort für Technologie, Betrieb und Skalierung.  Mit dem Lionheart‑Projekt, dessen Umsetzung auch baden‑württembergische Teilräume einschließen soll, bereitet Vulcan die kombinierte Produktion von erneuerbarer Wärme und Lithiumhydroxid vor.  Seismische Untersuchungen und Explorationsschritte im erweiterten Oberrheingraben bilden zudem die Grundlage für zukünftige Standortentscheidungen in Baden‑Württemberg.

Behörden

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft BW

Darstellung der Grundlagen der Geothermie mit Unterscheidung zwischen oberflächennaher und tiefer Nutzung, einschließlich technischer Funktionsweisen, Effizienzanforderungen (z. B. Jahresarbeitszahlen) sowie regulatorischer Aspekte wie dem Schutz des Grundwassers und daraus resultierenden Nutzungsgrenzen.

Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden

Kurze Übersicht über Oberflächennahe und Tiefe Geothermie mit Kontaktdaten der Ansprechperson

 

Fakten und Karten zur geothermischen Nutzung in Baden-Württemberg: rechtliche Rahmenbedingungen, geologische Voraussetzungen und aktuelle Projekte. Perfekt für Planer, Behörden

Bereitstellung geowissenschaftlicher Geothermie‑Daten des LGRB über mehrere WMS‑Dienste, darunter geothermische Übersichtskarten, gemeldete Erdwärmesonden und Grundwasserwärmepumpen sowie spezifische Themen zu oberflächennaher und tiefer Geothermie. Besonderheit ist die Kombination aus amtlichen, qualitätsgesicherten Datensätzen und klar getrennten Fachlayern für unterschiedliche Tiefen- und Nutzungssysteme.

LGRB-Kartenviewer

Bereitstellung eines interaktiven Kartenviewers mit umfangreichen geowissenschaftlichen Fachdaten des LGRB, darunter Layer zu oberflächennaher und tiefer Geothermie, Bohrdaten, hydrogeologischen Einheiten und Schutzgebieten. Besonderheit ist die breite Integration amtlicher Fachthemen in einer einheitlichen Kartenschnittstelle, die differenzierte Analyse‑ und Auswahlfunktionen ermöglicht.

 

Regierungspräsidium Freiburg (RP Freiburg)

Antworten auf häufige Fragen zur Genehmigung und Durchführung von Projekten vom Regierungspräsidium Freiburg

Wissenschaft

Einrichtungen

AGW – Abteilung Geothermie und Reservoir-Technologie

Forschungs- und Lehrplattform des KIT zur geothermischen Energie und Reservoirtechnologie mit Schwerpunkt auf wissenschaftlichen Grundlagen, technologischer Entwicklung und Projekten zur Nutzung tiefer Geothermie.

Projekte

Forschungsprojekt zur Bewertung geothermischer Lithium‑ und Rohstoffpotenziale im Oberrheingraben sowie zur Entwicklung selektiver Extraktionstechnologien für geothermale Fluide.

Forschungsprojekt zur Erkundung und Entwicklung eines geowissenschaftlichen Untertage‑Labors im kristallinen Gestein, um die nachhaltige Nutzung tiefer geothermischer Wärme wissenschaftlich zu untersuchen.

 

Weitere Studien & Positionspapiere:

Soziale Akzeptanz der Geothermie im Oberrheingraben

Studie zur Kommunikation von Lots*:
Tiefengeothermie: Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Gutachten von Prof. Dr. Oliver Brand zur Schadensfallabsicherung und -regulierung bei Tiefengeothermie‑Projekten als PDF-Datei

Studie der Deutschen Umwelthilfe:
Tiefengeothermie - Die unterschätzte Wärmequelle

Strategiepapier von sechs Einrichtungen der Fraunhofer- Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft:
Roadmap Tiefe Geothermie für Deutschland
Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für eine erfolgreiche Wärmewende

 

weitere interessante und weitergefasste Links:

Umweltbundesamt

Technische Darstellung tiefengeothermischer Erschließung mit Fokus auf großskalige Bohrungen, Wärme‑ und Stromnutzung sowie kommunale Wärmeverbünde. Besonderheit ist die detaillierte Betrachtung klimawirksamer Arbeitsmittel und Effizienzuntersuchungen in Geothermiekraftwerken.

Georeferenzierte Darstellungen von Wärme‑ und Kältebedarfsgebieten, Wärmedichten und Nutzenergiebedarfen auf Kreisebene, inklusive Prognosen für 2030 und 2050. Kombination aus räumlicher Visualisierung, sektoraler Differenzierung und identifizierbaren Fernwärmepotenzialen, die kommunalen Entscheidungen eine datengestützte Priorisierung ermöglicht.

  • Informationsportal Tiefe Geothermie
    Das Informationsportal Tiefe Geothermie ist ein Service von Enerchange mit dem Ziel, das Wissen über die Tiefe Geothermie zu erweitern und zu einem Know-How-Transfer in der Branche beizutragen.

 

gefördert durch Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
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