12.01.2026 | Philippsburg: Wasserstoff-Leuchtturmprojekt soll im Industriepark entstehen

Landtagsabgeordnete Roederer und Rolland informieren sich über Zukunft des Energiestandorts

Auf dem Dach des WIRSOL-Gebäudes erläuterte Bürgermeister Stefan Martus (links) den Standort des geplanten Elektrolyseurs den Abgeordneten Gabriele Rolland und Jan-Peter Roederer (vorne, 2./3. von links), © Plattform EE BW / Jürgen Scheurer

Landtagsabgeordnete Roederer und Rolland informieren sich über Zukunft des Energiestandorts © Jürgen Scheurer

Die Landtagsabgeordneten Jan-Peter Roederer, energiepolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gabriele Rolland haben den Energiestandort Philippsburg besucht, um sich vor Ort über die geplanten Energie- und Innovationsprojekte im Rahmen des entstehenden regionalen Wasserstoff-Hubs zu informieren. Im Mittelpunkt des Besuchs standen insbesondere die Pläne für einen großskaligen Elektrolyseur sowie die Entwicklung des Industrieparks zu einem dynamischen Zentrum für Erneuerbare Energien. 

Vom Kernenergiestandort zum Zukunftsstandort für Erneuerbare Energien 
Im Philippsburger Rathaus skizzierte Bürgermeister Stefan Martus die strategischen Überlegungen zur Transformation der Stadt. Philippsburg, das lange Zeit eng mit der Kernenergie verbunden war, treibt den Wandel hin zu einem wichtigen Standort für klimafreundliche Energieerzeugung konsequent voran. Anschließend stellte Jürgen Scheurer, Geschäftsführer der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg, das Wasserstoffkonzept für Philippsburg sowie die Projektstrukturen vor, die den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffproduktion ermöglichen sollen. 

Geplanter Elektrolyseur zählt zu den größten Anlagen im Land 
Joachim Kugler von Siemens Energy erläuterte die technischen Eckpunkte des Projekts. Vorgesehen ist der Bau eines Elektrolyseurs mit einer elektrischen Leistung von mehr als 50 Megawatt. Diese Anlage soll eine der größten ihrer Art in Baden-Württemberg werden und jährlich rund 5.025 Tonnen grünen Wasserstoff bereitstellen. Siemens Energy liefert hierfür die erforderliche Elektrolysetechnologie, während MorGen Energy als Investor und Betreiber vorgesehen ist. Der produzierte Wasserstoff wird unter anderem an die Raffinerie MiRO in Karlsruhe sowie an die Thüga Energienetze und die Netze Südwest geliefert. Vertreter der Partnerunternehmen begleiteten den Austausch und standen für weiterführende Gespräche zur Verfügung. 

Industriepark Philippsburg als wachsender Energie- und Innovationsstandort 
Im Anschluss gab Michael Gerdau für die Wirth Gruppe, die das gesamte Areal besitzt, einen Überblick über den Industriepark und die dort angesiedelten Akteure aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Auf dem Gelände befinden sich unter anderem das Lager und das Solarteurcamp Rhein-Neckar der Wirsol, die Einkaufsgesellschaft Solar4Trade und das Netz-Tiefbauunternehmen Terrasolutions. Auch der Solarpark- und Batteriespeicherprojektierer W Power ist im Industriepark präsent und übernimmt innerhalb des Wasserstoffprojekts eine zentrale Rolle als Partner. 

20.000 Quadratmeter für 50-Megawatt-Elektrolyseur gesichert 
Bei einem Rundgang über das Gelände verschafften sich Roederer und Rolland einen Eindruck vom vorgesehenen Standort des Elektrolyseurs. Für die Anlage ist bereits eine Fläche von 20.000 Quadratmetern reserviert. Der Standort verfügt darüber hinaus über zwei große Photovoltaik-Dachanlagen mit einer Leistung von insgesamt zwölf Megawattpeak, die wichtige Teile der Energieversorgung unterstützen. Ein Trinkwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 1,78 Millionen Litern, drei Brunnen und der angrenzende Hebelsee bieten zusätzliche wasserwirtschaftliche Vorteile für den künftigen Elektrolysebetrieb. In der unmittelbaren Umgebung entstehen zudem neue Photovoltaik- und Windenergieanlagen, Batteriespeicher sowie ein Geothermiekraftwerk. Auf dem ehemaligen Kerosintanklager besteht außerdem die Möglichkeit, künftig Wärme- oder Wasserstoffspeicher zu entwickeln. 

Die beiden Abgeordneten zeigten sich beeindruckt von den hervorragenden Standortbedingungen und dem breiten Engagement der beteiligten Akteure. Sie betonten die große Bedeutung des Projekts für die Wasserstoffstrategie Baden-Württembergs und die Rolle Philippsburgs für eine nachhaltige Energiewirtschaft im Land.

Zurück
X

Wir verwenden Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige sind notwendig, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern.

Diese Seite nutzt Website Tracking-Technologien von Dritten, um ihre Dienste anzubieten. Ich bin damit einverstanden und kann meine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen oder ändern.

Einstellungen Akzeptieren AblehnenImpressumDatenschutz