30.03.2026 | Bericht Binnenfischereitagung Fulda

Die 35. Binnenfischereitagung in Fulda bot in diesem Jahr wieder eine breite fachliche Grundlage für Themen an der Schnittstelle von Fischökologie und Wasserkraft.

Binnenfischereitagung Fulda am 23.03.2026, © Plattform EE BW

Binnenfischereitagung Fulda am 23.03.2026, © Plattform EE BW

Besonders deutlich wurde, dass sich KI‑gestützte Video- und Bildanalysesysteme rasant weiterentwickeln und zunehmend das Potenzial haben, klassische Befischungen zu ergänzen oder teilweise zu ersetzen. Die Systeme können dauerhaft oder als mobile Geräte eingesetzt werden, liefern kontinuierliche Daten, reduzieren Aufwand und schonen die Fischfauna – ein technologischer Fortschritt, der sich künftig auch in Genehmigungs- und Monitoringprozessen der Wasserkraft positiv auswirken könnte. 

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Vorstellung der laufenden Arbeiten zur Überarbeitung der DWA‑M 509. Hier wurde erneut herausgestellt, dass sich die kommende Fassung in erster Linie an neuen Fischaufstiegsanlagen orientiert, während aus fachlicher Sicht für bestehende, funktionierende Anlagen weiterhin klarer Bestandsschutz gelten sollte. Diese Einschätzung deckt sich mit den langjährigen Erwartungen der Wasserkraftbetreiber und ist für die IGW ein wichtiger Punkt in der laufenden Verbandsarbeit. 

In einem Nebengespräch wurde ein Projektbeispiel vorgestellt, das besonderes Interesse weckte: Dort prüft eine Behörde, Renaturierungsmaßnahmen als mögliche Alternative zu einer reinen MNQ‑Erhöhung zu akzeptieren. Dieser Ansatz könnte – in geeigneten Fällen – eine deutlich umfassendere ökologische Verbesserung ermöglichen als die alleinige Anpassung der Abflussmengen. Für die Wasserkraft eröffnet dieser Gedanke neue Perspektiven in Diskussionen rund um Abflussregelungen und Gewässerökologie. 

Der Beitrag zum Fischotter brachte eine wertvolle Versachlichung in eine oft emotional geführte Debatte. Die vorgestellten Daten zeigten, dass der Einfluss des Otters auf Fischbestände im Durchschnitt geringer ist, als häufig angenommen. Sein Fressverhalten allein erklärt die beobachteten Bestandsentwicklungen nicht; andere Faktoren wie Habitatqualität, Wasserführung oder Temperatur spielen eine deutlich größere Rolle. 

Zunehmend in den Fokus rückt außerdem die Quaggamuschel, die sich in vielen Gewässern weiter ausbreitet und ökologische Veränderungen in Nahrungsnetzen auslöst. Ihr Auftreten wird aufmerksam beobachtet, da sich die Folgen erst schrittweise zeigen. Die Wasserkraft kann hier über bestehende Monitoringinfrastrukturen einen Beitrag zur Früherkennung leisten. 

Insgesamt zeigte die Veranstaltung klar: Technologische Innovationen, differenzierte ökologische Betrachtungen und pragmatische Lösungen gewinnen weiter an Bedeutung. Viele der diskutierten Punkte stärken die Position der Wasserkraft, unterstreichen aber zugleich die Notwendigkeit einer aktiven verbandsseitigen Begleitung. Für die IGW ergeben sich daraus wichtige Anknüpfungspunkte – sowohl fachlich als auch politisch. 

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