Neue Zahlen zu Biogas in Baden-Württemberg belegen die Systemrelevanz der regenerativen Gaserzeugung. Biogas ist der optimale Partner der Haupterzeugungsarten Solar- und Windenergie. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (PEE BW) fordert vom Land Baden-Württemberg einen stärkeren Einsatz, damit Biogasanlagen flexibler Strom erzeugen können, die Abwärme konsequent in Wärmenetze eingespeist wird und Anlagenbetreiber mehr Biogas zu Biomethan für das Gasnetz umwandeln. Nur so könne der Südwesten die Chancen der Technologie vollumfänglich nutzen. Die Einschätzung wird untermauert von Zahlen des Fachverbandes Biogas.
Die aktuellen Branchenzahlen des Fachverbandes Biogas machen deutlich: Biogas und Biomethan tragen bereits heute wesentlich zur sicheren und regenerativen Energieversorgung in Deutschland bei – mit mehr als 9.600 Anlagen, 29 Terawattstunden Strom und 18,7 Terawattstunden genutzter Wärme pro Jahr. Allein durch Biomethan wurden 12,8 Terawattstunden erzeugt. Deutliche Kapazitätserhöhungen auf 14,5 Terawattstunden sind kurzfristig möglich. Zusammen mit dem aktuell importierten Biomethan in Höhe von 3,5 TWh könnten kurzfristig 16,3 TWh Biomethan genutzt werden, was 6,3% des Erdgasverbrauchs für Wohnungen entspricht.
Die Zahlen zeigen, dass auch Baden-Württemberg über eine breite Basis in dem Bereich verfügt. Knapp 1.000 Biogasanlagen, davon 16 Biomethan-Einspeiser sowie etwas mehr als zehn Bioabfall-Vergärungsanlagen, im Zusammenspiel mit anderen erneuerbaren Energien und industrieller Abwärme ein belastbares Fundament für die Wärmewende in den Kommunen und die Transformation der Industrie.
Biogas: Flexibles Rückgrat der Erneuerbaren
„Die neuen Zahlen bestätigen, was die Praxis in Baden-Württemberg zeigt: Biogas ist das flexible Rückgrat der Erneuerbaren Energien, was die Strom-, Wärme- und Gasversorgung angeht. Damit dieser Systemvorteil voll greift, brauchen die Betriebe im Land jetzt klare Signale und beschleunigte Verfahren“, so Jürgen Scheurer von der PEE BW.
Das Land solle sich daher dafür einsetzen, dass die ansteigende Grüngastreppe im Rahmen des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes in dauerhaft verlässliche Rahmenbedingungen für die Branche übersetzt werde. Biogasbetriebe seien bereit zu investieren und ihren Beitrag zu mehr Versorgungssicherheit zu leisten – und das, ohne die dafür erforderliche Anbaubiomasse zu erhöhen.
Die Branchenzahlen zeigen, dass bundesweit 67.300 Jobs direkt und indirekt an der Biogaserzeugung hängen. Mit 9,6 Milliarden Euro Umsatz steht Biogas für regionale Wertschöpfung. Der Südwesten mit knapp 1.000 Biogasanlagen profitiert davon überproportional. Bereits heute sind Biogasanlagen integrierter Bestandteil der Energiewirtschaft in Baden-Württemberg und versorgen Wärmenetze und liefern bedarfsgerecht umweltverträglichen Strom.
„Wenn wir Biogas in Baden-Württemberg flexibel erzeugen, in Wärmenetze bringen und zu Biomethan aufwerten, sichern wir die Energieversorgung, senken Emissionen und stärken die Wertschöpfung im ländlichen Raum – im Einklang mit der Biogasstrategie des Landes“, betont Scheurer.
Weitere Informationen:
PEE BW: https://erneuerbare-bw.de/de/aktuelles/pressemitteilungen
Fachverband Biogas: https://www.biogas.org/presse-medien/pressemitteilungen