21.07.2026 | Ersteinschätzung: Süddeutsche Erneuerbaren-Verbände kritisieren EEG-Entwurf massiv

EEG-Entwurf bringt nur kosmetische Änderungen - Negative Schlagseite der Energiewende verstärkt sich

© wpd onshore GmbH & Co. KG

© wpd onshore GmbH & Co. KG

Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (PEE-BW) und der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) Bayern und kritisieren den neuen und aus ihrer Sicht viel zu spät vorgelegten EEG -Entwurf von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Die Regelungen würden dazu führen, dass auch in den nächsten fünf Jahren zu wenig Windparks in Süddeutschland entstehen. Windenergieanlagen aus dem Süden werden trotz vorliegender Genehmigung und dringendem Strombedarf, auch mit den leicht angepassten Vorgaben kaum Zuschläge in den bundesweiten Ausschreibungen bekommen. Die aktuelle Neuregelung beim Referenzertragsmodell bedeutet vor allem, dass zukünftig weniger windstarke Standorte im Norden nicht mehr gebaut werden können. Gleichzeitig bleibt die erhoffte Verbesserung für die Südstandorte aber aus.

Kosmetik statt Lösung

Die negativen Folgen sind klar, die Systemkosten steigen. Die Abregelung von Windstrom im Norden wird zunehmen, während die Industrie in Süddeutschland keinen günstigen Strom aus Wind erhält. Denn das vorliegende Gesetzespaket ermöglicht weder die Steigerung der eigenen süddeutschen Erzeugungskapazitäten aus Wind, Solar, Biogas oder Wasserkraft noch wird der Ausbau der Verteil- und Übertragungsnetze beschleunigt. Die Energiewende verstärkt ihre negative Schlagseite und bremst sich selbst aus. Damit wird deutlich, dass das Ziel der Wirtschaftsministerin, vor allem die Kosten der Energiewende zu senken, mit diesem Gesetzespakt nicht zu erreichen sein wird.

Eigene Ausschreibungsvolumina für Windenergie in Süddeutschland sind dringend notwendig

Die im EEG-Entwurf 2027 in den kommenden drei Jahren zusätzlich vorgesehenen Ausschreibungsvolumina sollten nach Forderungen der baden-württembergischen und bayerischen Appelle separat in den süddeutschen Bundesländern ausgeschrieben werden. Dann erfolgten immer noch zwei Drittel des Zubaus im Norden der Republik, aber das dringend notwendige eine Drittel des Windenergiezubaus in Süddeutschland könnte zumindest in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden. Allein in Baden-Württemberg ist die Erzeugung von mehr als 30 Terawattstunden Windstrom jährlich, spätestens im Jahr 2040 notwendig, um die Versorgung der Privathaushalte, des Gewerbes und der Industrie sicherzustellen.

Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg fordert deshalb die Landesregierungen von Baden-Württemberg und Bayern auf, ihre Bemühungen für mehr Windenergieausbau in Süddeutschland noch entschlossener als bislang fortzusetzen. Jörg Dürr-Pucher, Vorsitzender der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg, erinnert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages an ihre Verantwortung. Schließlich sei das EEG schon immer ein Beispiel für Initiativen aus dem Parlament gewesen, die Fehlentwicklungen seitens verschiedener Bundesregierungen im parlamentarischen Verfahren über Jahrzehnte hinweg klug und mit Erfolg zu korrigieren. Dies sei jetzt dringend notwendig, um tatsächlich in den nächsten fünf Jahren aus der Kohleverstromung und fossilen Energieträgern in Deutschland dauerhaft und volkswirtschaftlich sinnvoll aussteigen zu können. Nur so werde der Verbrauch von fossilem Erdgas bei der Stromerzeugung deutlich gesenkt und die Resilienz Deutschlands bei der Energieversorgung gestärkt.

Download der Presseinformation als PDF.

Zurück
X

Wir verwenden Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige sind notwendig, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern.

Diese Seite nutzt Website Tracking-Technologien von Dritten, um ihre Dienste anzubieten. Ich bin damit einverstanden und kann meine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen oder ändern.

Einstellungen Akzeptieren AblehnenImpressumDatenschutz