Wärmewende auszutauschen. Die Studienreise wurde vom AGFW und dem Politecnico di Milano im Rahmen des EU-Life-kofinanzierten Projekts SupportDHC organisiert und begleitet. Auf dem Programm standen Gespräche mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sowie mit der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW), sowie Besichtigungen.
Beim Besuch im Umweltministerium standen die Herausforderungen der Wärmewende und die politischen Instrumente für deren Umsetzung im Fokus. Die Delegation erhielt Einblicke in die teils langjährigen Initiativen der Abteilung Energiewirtschaft des Umweltministeriums sowie in baden-württembergische Erfahrungen mit der kommunalen Wärmeplanung. Diskutiert wurden u.A. die Finanzierung kommunaler Wärmenetzprojekte, der regionale Wärmegipfelprozess und Möglichkeiten zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Besonders interessiert waren die Gäste daran, wie in Baden-Württemberg politische Ziele, gesetzliche Instrumente und die Umsetzung vor Ort wirksam verzahnt werden.
Claudia Romano, Direktorin der Abteilung „Energie und ökologische Transformation von Unternehmen“ der Region Emilia-Romagna, erklärte: „Die Wärmewende braucht eine Politik, die klare Ziele mit wirksamen Instrumenten verbindet. Baden-Württemberg zeigt auf sehr praktische Weise, wie Förderstrukturen, Kompetenzzentren und die Zusammenarbeit mit Kommunen und lokalen Akteuren die Umsetzung konkret unterstützen können.“ Beide italienische Regionen teilen diesen Ansatz und wollen den Austausch für gemeinsame Wege zu einer dekarbonisierten Wärmewirtschaft vertiefen.
Bei der KEA-BW in Karlsruhe stellte das Kompetenzzentrum Wärmewende seine Unterstützungsangebote vor. Themen waren Leitfäden und Beratungsleistungen für Kommunen, die Begleitung von Vorreiterprojekten sowie Arbeitsgruppen zu Großwärmepumpen und zur Zusammenarbeit mit Wärmenetzbetreibern. Die Gespräche zeigten: Neben technischen Lösungen braucht die Wärmewende verlässliche Kompetenz, koordinierte Beratung und tragfähige Strukturen zwischen Land, Kommunen und Energiewirtschaft.
Ergänzt wurde die Reise durch Praxisbesuche in Kronau und Hemmingen. In Hemmingen begrüßten Bürgermeister Thomas Schäfer und Ulrich Ramsaier, Geschäftsführer des Wärmeversorgers Naturenergie Glemstaldie Gruppe. Neben dem klaren Bekenntnis zur Fernwärme seitens der Kommune, besticht das dortige System durch die innovative und auch Strommarkt-dienliche Kombination von erneuerbaren Erzeugungsanlagen.. Des Weiteren ging es um die Arbeit der Umwelt- und
Energieagentur Landkreis Karlsruhe, die Kommunen wie Kronau erfolgreich bei der Entwicklung von Wärmenetzprojekten unterstützt.
Die Studienreise unterstreicht den Nutzen europäischer Regionalpartnerschaften auch auf institutioneller Ebene: Der Austausch konkreter Erfahrungen trägt dazu bei, die Rahmenbedingungen und Förderstrukturen zu verbessern und den Ausbau klimafreundlicher Wärmenetze weiter zu beschleunigen.