Wasser ist Grundlage für Ökosysteme, Landwirtschaft und Energieversorgung. Gleichzeitig verschärfen Klimawandel, Trockenperioden und Starkregen den Druck auf die Ressource. Beim Debattenabend der Stiftung Energie & Klimaschutz diskutierten Fachleute aus Wissenschaft, Verbänden und Energiewirtschaft über Risiken, Konflikte und Lösungsstrategien. Von der PEE BW waren Dr. Stefanie Hähnlein, Dieter Heilig, Ulrich Janischka und Jürgen Scheurer anwesend.
In den Workshops am Nachmittag wurde deutlich, wie breit die Herausforderungen entlang des Wasserkreislaufs gefasst werden müssen.
Überflutungsmanagement:
Markus Moser (Regierungspräsidium Stuttgart) wies darauf hin, dass Krisenvorsorge oft auf Stromausfälle fokussiert, obwohl ohne Strom auch die Wasserversorgung ausfällt. Viele Kommunen unterschätzen noch immer die Hochwassergefahren – obwohl ausreichend Daten vorliegen, um Schäden deutlich zu begrenzen.
Mikroplastik:
Katrin Schuhen (Wasser 3.0) betonte, dass Mikroplastik ein breites Spektrum unterschiedlicher Stoffe umfasst. Wirksame Maßnahmen müssen an Eintrags‑Hotspots ansetzen – etwa durch Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung und effiziente Wasserwiederverwendung. Zugleich zeigte sie, dass Umweltschutz und Kostensenkung vereinbar sind.
Wasserbewusstsein:
Ein Ausbildungsprojekt der Landeswasserversorgung zeigte die gesamte Prozesskette der Trinkwasseraufbereitung im Miniaturformat und verdeutlichte, wie komplex die Bereitstellung sauberer Ressourcen ist. Mandy Saur (Verband für Energie‑ und Wasserwirtschaft) unterstrich, wie wichtig es ist, dass junge Menschen verstehen, wo unser Wasser herkommt und wie es zu uns gelangt.
Die Workshops machten klar, dass Wasserwirtschaft, Ökologie und Energieversorgung eng miteinander verbunden sind und der Klimawandel neue Zielkonflikte verschärft. Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die anschließende Podiumsdiskussion.
Zu Beginn des Podiums betonte Julia Neff (AWK) die Bedeutung der kleinen Wasserkraft: Sie liefere CO₂‑freien, grundlastfähigen Strom, stärke die regionale Wertschöpfung und trage zur Netzstabilität bei. Entscheidend sei jedoch, Wasserkraft und Ökologie gemeinsam zu denken.
Dr. Katharina Lengfeld (Deutscher Wetterdienst) machte deutlich, dass Starkregenereignisse intensiver werden und Kommunen mehr Rückhalteflächen schaffen müssen, um Wasser für Trockenphasen speichern zu können.
Aus Sicht der Betreiber hob Andreas Mühlig (Schluchseewerk AG) hervor, dass die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie nur im Schulterschluss aller Beteiligten erfüllt werden können.
Finn Zenker (NABU BW) betonte die Notwendigkeit durchgängiger Fließgewässer, damit wandernde Fischarten sowohl auf‑ als auch abwärts sicher wandern können.
Die Veranstaltung zeigte klar, dass Wasserwirtschaft, Ökologie und Energieversorgung nur gemeinsam gedacht werden können, um den Folgen des Klimawandels wirksam zu begegnen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass technische Lösungen, ökologische Anforderungen und eine gestärkte Krisenvorsorge nur im Schulterschluss aller Akteur*innen gelingen.